Mit einem Gesundheitsbudget ermöglichen Arbeitgeber ihren Beschäftigten, versicherte medizinische Leistungen bis zu einem bestimmten Jahresbetrag in Anspruch zu nehmen. Dieser Artikel widmet sich zunächst einer Begriffsklärung und schildert dann die Unterschiede zwischen Budget- und Bausteintarifen in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Sie erfahren weiterhin, wie Arbeitnehmer davon profitieren und was Sie bei der praktischen Umsetzung beachten müssen.
Was ist ein Gesundheitsbudget?
Um Missverständnissen vorzubeugen, soll hier zunächst auf die zwei möglichen Bedeutungen des Begriffs „Gesundheitsbudget“ eingegangen werden. Denn er kann im Zusammenhang mit steuerfreien Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) oder mit einem Budgettarif der bKV stehen.
Gesundheitsbudget nach Steuerrecht
Nach § 3 Nr. 34 EStG zählen vom Arbeitgeber finanzierte BGF-Maßnahmen bis zu 600 Euro je Kalenderjahr für Arbeitnehmer zu den steuerfreien Einnahmen. Da sich die Beitragspflicht für die Sozialversicherung am Steuerrecht orientiert, sind diese Leistungen auch sozialabgabenfrei.
Wofür der Freibetrag konkret gilt, regelt eine Umsetzungshilfe des BMF. Im Wesentlichen zählen von den Krankenkassen zertifizierte Kurse und von Arbeitgebern selbst organisierte Präventionsmaßnahmen dazu, beispielsweise zur Stressbewältigung, Bewegungsförderung oder gesunden Ernährung.
Gesundheitsbudget als Modell der betrieblichen Krankenversicherung
Wenn Arbeitgeber für ihre Beschäftigten einen Gruppenvertrag für die betriebliche Krankenversicherung (bKV) abschließen, können sie dafür einen Budgettarif wählen. Sie vereinbaren mit dem Versicherer für jeden Arbeitnehmer pro Kalenderjahr ein bestimmtes Gesundheitsbudget, das dieser flexibel für medizinische Leistungen verwenden kann. Die typische Höhe liegt zwischen 300 und 1.500 Euro.
Die bKV ist eine Zusatzversicherung, die Lücken der gesetzlichen Versorgung schließt. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge dafür zahlt, gelten diese unter bestimmten Voraussetzungen als steuer- und sozialabgabenfreie Sachbezüge. Es gibt zwei Tarifmodelle, die sich auch miteinander kombinieren lassen: die Baustein- und die Budgettarife. Um Letztgenannte geht es in diesem Artikel.
Worin unterscheiden sich Budget- von Bausteintarifen in der bKV?
Eine betriebliche Krankenversicherung mit Bausteintarif versichert einzelne Leistungsbereiche und federt vorwiegend hohe finanzielle Belastungen ab. Sie können als Arbeitgeber beim Vertragsabschluss mehrere solche Bausteine miteinander kombinieren, beispielsweise Krankenhausleistungen, Zahnzusatzversicherung und Sehhilfen. Mit einem Budgettarif erhalten die Mitarbeitenden dagegen jeweils ein Gesundheitsbudget pro Kalenderjahr, das sie flexibel für ein großes Spektrum an versicherten Leistungen einsetzen können.
Es ist möglich, beide Arten von Tarifen miteinander zu kombinieren. Dafür vereinbaren Sie ein Gesundheitsbudget je Arbeitnehmer und ergänzen dieses durch ausgewählte Bausteine.
Wie funktionieren Bausteintarife der betrieblichen Krankenversicherung?
Der Vorteil eines Bausteintarifs besteht darin, dass in den versicherten Bereichen hohe Erstattungen möglich sind. Für Arbeitnehmer kann das beruhigend sein, wenn sie wissen, dass sie in besonders belastenden Situationen Unterstützung erhalten. Nachteilig ist, dass die Mitarbeitenden in sehr unterschiedlichem Maß aus der betrieblichen Krankenversicherung Nutzen ziehen. Während dieser bei einigen sehr hoch sein kann, profitieren andere überhaupt nicht.
Bei Bausteintarifen werden zwar mitunter die Erstattungen für bestimmte Leistungen auf prozentuale Anteile und Höchstbeträge beschränkt. Aber beispielsweise beeinflusst die Kostenerstattung für eine Brille nicht die für den Zahnersatz im selben Kalenderjahr, wenn beides versichert ist.
Was ist das Besondere an Budgettarifen der bKV?
Dabei vereinbaren Sie als Arbeitgeber mit dem Versicherer die Höhe des jährlichen Gesundheitsbudgets je Mitarbeiter und die versicherten Leistungen. Die meisten Anbieter halten dafür feste Tarifpakete bereit, sodass Sie beispielsweise die Wahl zwischen 300, 900 oder 1.500 Euro haben. Das Spektrum an Gesundheitsangeboten ist größer als bei einem Bausteintarif.
Der größte Vorteil der Budget- im Vergleich zu den Bausteintarifen ist, dass mehr Mitarbeitende davon profitieren. Andererseits kann ein Tarifbaustein für Arbeitnehmer günstiger sein, wenn sie in dem versicherten Bereich innerhalb eines Kalenderjahres finanzielle Belastungen zu tragen haben, die über das Gesundheitsbudget hinausgehen.
Wofür können Mitarbeiter ihr Gesundheitsbudget verwenden?
Was genau versichert ist, hängt vom konkreten Tarif ab. Wenn auch Präventionsangebote enthalten sind, ist es nicht nur für Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Problemen attraktiv. So bietet diese betriebliche Krankenversicherung Leistungen für Mitarbeitende in unterschiedlichen Situationen. Folgende Übersicht zeigt typische Beispiele.
Prävention | Behandlung | Zusatzleistungen |
|---|---|---|
Vorsorgeuntersuchungen | Sehhilfen | Vermittlung von Facharztterminen |
Impfungen | LASIK zur Sehschärfenkorrektur | Zweitmeinungsservice |
Professionelle Zahnreinigung und -prophylaxe | Ästhetische Zahnbehandlungen | ärztliche Videoberatung |
Zahnersatz | ||
Hörgeräte | ||
Cell | Leistungen für Krankenhausaufenthalt | Cell |
Cell | Physiotherapie und Osteopathie | Cell |
Cell | Arznei- und Hilfsmittel | Cell |
Cell | Alternative Heilverfahren | Cell |
Beachten Sie, dass einige Anbieter bei Budgettarifen Sublimits festlegen. Zum Beispiel kann die Erstattung für den Zahnersatz auf einen bestimmten Betrag unterhalb des Gesamtbudgets beschränkt sein.
Was sind die Vorteile des Gesundheitsbudgets für Mitarbeiter?
Ob mit Budget- oder Bausteintarif, jede betriebliche Krankenversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Kassen und bietet Arbeitnehmern somit einen sofort erlebbaren Zusatznutzen. Das stärkt die Zufriedenheit und Motivation, was sich positiv auf die Mitarbeiterbindung auswirkt. Es ist üblich, dass auf die Gesundheitsprüfung verzichtet wird, es keine Wartezeiten gibt und laufende Behandlungen mitversichert sind.
Im Vergleich zu einer bKV mit Bausteintarif hat das Gesundheitsbudget folgende Vorteile:
Worauf kommt es bei der Auswahl eines Budgettarifs an?
Sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen soll eine betriebliche Krankenversicherung Vorteile bringen. Prüfen Sie deshalb Folgendes beim Vergleich, um den richtigen Anbieter zu finden:
Achten Sie auf Beschränkungen bei der Kostenerstattung, die bei den Beschäftigten zu Missverständnissen führen können. Sublimits für teure Leistungen wie Zahnersatz sind üblich. Diese sollten aber nicht zu niedrig sein.
Was ist zu tun, um eine bKV mit Budgettarif im Unternehmen einzuführen?
Wenn Sie Ihren Arbeitnehmern eine betriebliche Krankenversicherung mit Gesundheitsbudget anbieten möchten, sind folgende Schritte notwendig:
Beratung durch Makler in Anspruch nehmen
Wann lohnt sich eine betriebliche Krankenversicherung und welche passt zum Unternehmen? Aus der Vielzahl an Versicherern und Tarifen das beste Angebot auszuwählen, kann herausfordernd sein. Fragen Sie uns! Wir haben als spezialisierte Makler schon viele KMU bei der Einführung einer bKV unterstützt.
Frank Liepner, Geschäftsführer der SHL

Welche Besonderheiten zum Gesundheitsbudget müssen Arbeitgeber beachten?
Ob mit Budget- oder Bausteintarif, wenn Sie in Ihrem Unternehmen eine betriebliche Krankenversicherung einführen, ist eine Versorgungsordnung empfehlenswert. Achten Sie weiterhin darauf, dass Sie den Anforderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) nachkommen und datenschutzrechtliche Bestimmungen einhalten.
Mit der Versorgungsordnung regeln Sie alles, was im Verhältnis zu Ihren Arbeitnehmern hinsichtlich der bKV relevant ist. Das beugt Missverständnissen vor und dient der Rechtssicherheit. Der Betriebsrat hat hierbei Mitspracherechte.
Damit die Gleichbehandlung gemäß AGG sichergestellt ist, müssen Sie die betriebliche Krankenversicherung allen Beschäftigten anbieten. Es ist jedoch erlaubt, dass Sie die Höhe des Gesundheitsbudgets nach Mitarbeitergruppen staffeln. Voraussetzung dafür sind objektive Unterscheidungskriterien wie die Betriebszugehörigkeit oder klar definierte Tätigkeitsfelder. Beispielsweise können Sie für neue Mitarbeiter ein jährliches Gesundheitsbudget von 300 Euro vereinbaren, das ab 2 Jahren Betriebszugehörigkeit auf 600 Euro steigt.
Der Datenschutz bleibt bei der betrieblichen Krankenversicherung gewahrt, da die Arbeitnehmer direkt mit dem Versicherer abrechnen. Für Sie als Arbeitgeber ist es interessant, in welchem Maß Ihre Mitarbeiter Leistungen in Anspruch nehmen. So können Sie die Wirksamkeit Ihrer Investition besser beurteilen. Die meisten Versicherer erteilen Ihnen entsprechende Auskünfte, wenn diese keine Rückschlüsse auf die Daten einzelner Mitarbeiter erlauben.
Fazit: Gesundheitsbudget für Mitarbeiter als bedarfsgerechte Lösung
Das Gesundheitsbudget ist eine Variante der betrieblichen Krankenversicherung, von der die breite Masse der Arbeitnehmer profitiert. Auch die Kombination mit Zusatzbausteinen kann sinnvoll sein. Generell trägt eine bKV zu höherer Arbeitgeberattraktivität und besserer Mitarbeitergesundheit bei.
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Markus Abel
Spezialist Betriebliche Krankenversicherung und Altersvorsorge
Versicherungsfachmann und Bankkaufmann
