In vielen Fällen überwiegen die Vorteile einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) die möglichen Nachteile. Dieser Beitrag legt den Fokus auf die vollständig arbeitgeberfinanzierte Variante. Alternativ können Unternehmen ihren Beschäftigten auch Zugang zu vergünstigten Gruppentarifen bieten, die diese selbst bezahlen. Ob sich eine bKV lohnt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.
Wann lohnt sich eine betriebliche Krankenversicherung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Für beide Seiten kann eine betriebliche Krankenversicherung Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wie stark diese ausgeprägt sind, hängt von der individuellen Situation ab. Folgende Tabelle gibt einen Überblick.
Arbeitgeber
Vorteile | Nachteile |
|---|---|
Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt | Arbeitgeberbeiträge zur bKV als Kosten |
Steigerung von Mitarbeiterloyalität und Leistungsfähigkeit | Zusätzlicher Verwaltungsaufwand |
Weniger Krankentage durch bessere Gesundheitsversorgung | |
Flexibilität bei der Auswahl versicherter Leistungen | |
Beiträge als Betriebsausgaben steuermindernd |
Arbeitnehmer
Vorteile | Nachteile |
|---|---|
Gesundheitsleistungen zusätzlich zur GKV | Evtl. zusätzliche Steuern und Sozialabgaben |
Meist ohne Gesundheitsprüfung und Wartezeit | Versicherungspause in Elternzeit oder Krankengeld (Je Tarif) |
Leistungsabrechnung direkt mit dem Versicherer | Wegfall des Schutzes beim Unternehmenswechsel |
Meist günstige Mitversicherung von Familienangehörigen | |
Vorteil kann als steuerfreie Sachzuwendung gelten |
Die Vorteile für Arbeitgeber zeigen, dass sich das Investment in diese betriebliche Zusatzversicherung grundsätzlich lohnt. Der Verwaltungsaufwand dafür fällt nach der Einführung nicht übermäßig ins Gewicht.
Was Arbeitnehmer betrifft, so ziehen hauptsächlich gesetzlich Versicherte Nutzen aus diesem Angebot. Denn die betriebliche Krankenversicherung schließt Lücken der gKV. Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer lohnt sich die Firmenkrankenversicherung weniger. Es kommt jedoch immer auf die individuellen Leistungen beider Versicherungen an, sodass eine Kombination durchaus sinnvoll sein kann.
Welchen Einfluss hat die steuerliche Behandlung auf den Benefit einer bKV?
Häufig wird die betriebliche Krankenversicherung als Sachbezug gewährt, der unter bestimmten Voraussetzungen steuer- und sozialabgabenfrei ist. So profitieren die Mitarbeiter ohne zusätzliche finanzielle Belastung von den Vorteilen und auch für Sie entfällt der Arbeitgeberbeitrag für die Sozialversicherung.
Voraussetzung ist, dass es sich um einen Sachlohn handelt. Dafür müssen Sie als Arbeitgeber den Rahmenvertrag selbst abschließen und die Beiträge direkt an den Versicherer zahlen. Daraus entsteht den Mitarbeitern ein geldwerter Vorteil, der grundsätzlich steuer- und abgabenpflichtig ist.
Diese Pflicht entfällt jedoch, wenn die Summe aller Sachbezüge je Mitarbeiter und Monat 50 € nicht übersteigt. Falls Sie bereits andere Sachbezüge gewähren oder eine umfangreiche betriebliche Krankenversicherung ausgewählt haben, wird die 50-€-Grenze möglicherweise überschritten. Dann können Sie die Abrechnung mit einer Nettolohnvereinbarung so gestalten, dass für die Arbeitnehmer keine zusätzliche finanzielle Belastung entsteht. Sie übernehmen die Steuern und Abgaben dann aber vollständig selbst.
Eine weitere Option besteht darin, die Sachbezüge aller Mitarbeiter mit einem pauschalen Satz zu besteuern. Sie können auch einen Geldbetrag an Ihre Arbeitnehmer zahlen, damit diese selbst eine Zusatz-Krankenversicherung abschließen. Das wäre dann aber ein in jedem Fall steuer- und sozialabgabenpflichtiger Barlohn.
Wie wirkt sich das Leistungsspektrum einer bKV auf den Nutzen aus?
Um als Arbeitgeber das Kosten-Nutzen-Verhältnis Ihrer betrieblichen Krankenversicherung zu optimieren, wählen Sie den Anbieter, die Art des Tarifs und die versicherten Leistungen sorgfältig aus. Bewerten Sie, welche Angebote das größte Potenzial haben, die Situation Ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Das sind einige typische Leistungen der Firmenkrankenversicherung:
Tarifvarianten:
Beachten Sie die verschiedenen Arten von Tarifen: Baustein-Tarife und Budget-Tarife
Bei ersteren können Sie ausgewählte Bausteine kombinieren, wobei jeder einen bestimmten medizinischen Bereich abdeckt, beispielsweise Zahnarztleistungen, Krankenhausaufenthalte oder die ambulante Versorgung. Der Nachteil dieser Baustein-Tarife besteht darin, dass sie nicht für alle Ihre Mitarbeiter gleichermaßen nützlich sind.
Mit einem Budget-Tarif wird dagegen pro Jahr und Arbeitnehmer ein Betrag vereinbart, den dieser flexibel verwenden kann. Das Leistungsspektrum ist deutlich breiter, sodass mehr Mitarbeiter in den Genuss der Vorzüge kommen. Mitunter gelten Sublimits, zum Beispiel für Zahnersatz. Dann ist für diese konkrete Leistung nur eine bestimmte Summe unterhalb des Budgets erstattungsfähig. Prüfen Sie den Vertrag und die Rahmenbedingungen. Es kann sein, dass bestimmte Rechnungen nur anteilig erstattet werden, was die Arbeitnehmer von der Inanspruchnahme der Leistung abhalten kann. Klären Sie auch, wie flexibel sich der Vertrag später an geänderte Bedingungen anpassen lässt.
Passgenaue bKV mit der SHL
Mit professioneller Hilfe Nutzen maximieren Das Leistungsangebot der betrieblichen Krankenversicherung und die Vertragsbedingungen beeinflussen das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Ihr Unternehmen. Analysieren Sie deshalb den Bedarf Ihrer Mitarbeiter und suchen Sie nach dem individuell besten Angebot. Als erfahrene, unabhängige Versicherungsmakler unterstützen wir Sie dabei.
Frank Liepner, Geschäftsführer der SHL

Welche Berufsgruppen profitieren hauptsächlich von einer Firmenkrankenversicherung?
Vor allem dort, wo der Fachkräftemangel groß ist. Denn eine bKV ist ein echter Wettbewerbsvorteil im Recruiting, stärkt die Mitarbeiterbindung und verbessert das Employer Branding. Folgende Beispiele zeigen Berufgruppen, Herausforderungen und Leistungen, welche besonders interessant sind:
Beachten Sie, dass einige Anbieter betrieblicher Krankenversicherungen bestimmte Berufsfelder nicht oder nur unter eingeschränkten Bedingungen versichern, weil sie eine übermäßige Inanspruchnahme vermeiden möchten. Das betrifft hauptsächlich Branchen mit einem hohen Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen und solche, die selbst Gesundheitsleistungen anbieten.
In welchen Branchen bringt eine bKV den größten Benefit?
Neben dem Aspekt des besonderen Nutzens für bestimmte Berufsgruppen profitieren vor allem Branchen von einer betrieblichen Krankenversicherung, die vom Arbeits- und Fachkräftemangel betroffen sind. Denn wenn Sie als Arbeitgeber diesen Benefit anbieten, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt. Weiterhin trägt die betriebliche Krankenversicherung dazu bei, die Fluktuation zu reduzieren. Denn Ihre Mitarbeiter fühlen sich durch diesen Bonus wertgeschätzt und merken, dass Sie an ihrem Wohlergehen und einer langfristigen Mitarbeiterbindung interessiert sind. Er prägt Ihre Arbeitgeberattraktivität und Ihr Employer Branding als mitarbeiterorientiertes Unternehmen.
Kommunizieren Sie den Mehrwert Ihrer bKV sowohl den aktuellen Mitarbeitern als auch für die Mitarbeitergewinnung. Werben Sie beispielsweise mit dem geschätzten Gegenwert an Versicherungsleistungen, die ein Mitarbeiter theoretisch in Anspruch nehmen kann.
Lohnt sich eine Firmenkrankenversicherung auch für kleine Unternehmen?
Grundsätzlich bietet eine betriebliche Krankenversicherung auch kleinen Unternehmen alle genannten Vorteile. Bewerten Sie jedoch das Kosten-Nutzen-Verhältnis individuell. Denn durch die geringere Gruppenstärke ist das Risiko für den Versicherer größer, was Leistungsbeschränkungen oder ungünstigere Konditionen zur Folge haben kann. Viele, aber nicht alle Versicherer, bieten betriebliche Krankenversicherungen erst ab einer bestimmten Mindestpersonenzahl an. Mit 10 Mitarbeitern gibt es jedoch kaum noch Beschränkungen.
Wann lohnt sich eine bKV nicht?
Wenn die Versicherungsbeiträge das Unternehmen finanziell zu stark belasten, die Branche naturgemäß eine hohe Fluktuationsrate aufweist oder der Anteil privat versicherter Mitarbeiter hoch ist, lohnt sich die Firmenkrankenversicherung weniger.
Das Unternehmen muss die Arbeitgeberbeiträge zur bKV dauerhaft finanzieren können. Sonst bringt die betriebliche Krankenversicherung Nachteile, die nicht durch die positiven Effekte ausgeglichen werden. Wenn Saisonarbeit und befristete Verträge branchenbedingt eine große Rolle spielen, ist die Fluktuationsrate typischerweise hoch. Mit besserer Mitarbeitergesundheit, -motivation und -bindung haben die wichtigsten positiven Effekte einer Firmenkrankenversicherung jedoch eher mittel- bis langfristigen Charakter und kommen hier nicht zum Tragen.
Fazit: Wann lohnt sich eine betriebliche Krankenversicherung?
Sie lohnt sich für viele Unternehmen und besonders für diejenigen, die beim Recruiting und der Mitarbeiterbindung vor hohen Herausforderungen stehen. Für Arbeitnehmer wird diese Zusatzleistung immer attraktiver. Denn das Leistungsniveau der gesetzlichen Kassen sinkt tendenziell. Aber auch aus anderen Gründen bringt eine betriebliche Krankenversicherung Vorteile. Sie trägt zu einer besseren Mitarbeitermotivation und durch die Gesundheitsvorsorge zu geringeren Krankheitskosten bei.
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Markus Abel
Spezialist Betriebliche Krankenversicherung und Altersvorsorge
Versicherungsfachmann und Bankkaufmann
